Mittwoch, 21.11.2012

Übermorgen kommt B. Einerseits freue ich mich natürlich, andererseits weiß ich nicht, wie ich ihr die frischen Narben erklären soll. Sie wird mir Vorwürfe machen, weil sie ziemlich tief sind und einige Millimeter auseinander klaffen, eine davon ist ziemlich stark entzündet. Sie wird traurig sein, sich selbst beschuldigen und das Gefühl haben, sie war nicht genug da. Aber das konnte sie schließlich auch nicht, ihr ging bzw geht es selbst dreckig genug. Sie wird sauer sein, weil es sich mittlerweile immer weiter ausdehnt. Mein linker Unterarm ist voll, und wenn ich da nochmal drüber gehe, gibt es dicke Entzündungen, deswegen bin ich auf den Oberarm umgestiegen. Der sieht mittlerweile auch schon ziemlich gestreift aus, dunkelrot mit rosa und weiß. Gäbe ein schönes Geschenkpapier-Streifen-Muster ab. Haha. Ich weiß, der war nicht gut.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Essen. Ich kann einfach nicht. Ich esse so gut wie nichts mehr, ich bin froh über jeden Abend, an dem mein Dad weg ist, weil ich dann das hingstellte Essen unbemerkt verschwinden lassen kann. Manchmal, zwischendurch, dann gibt es ein Lutschbonbon oder ein Gummibärchen, aber nicht mehr. Es ist eigentlich nicht mal, dass ich es nicht will. Aber irgendwie ist das Hungergefühl weg, die meiste Zeit zumindest. Wenn es doch mal kurz wiederkommt, reichen kleiste Portionen,wie gesagt zB ein Gummibärchen oder ein Stückchen Karotte, dann bin ich satt. Beim Gedanken an fettiges Essen wird mir so schlecht, dass ich mich am liebsten übergeben würde, und jedes Mal, wenn ich doch irgendwie mehr essen muss, durch welche Umstände auch immer, dann habe ich Mühe, das nicht wirklich auf der Stelle zu tun. Das Übergeben meine ich. Es ist nicht so, dass mich das stört, schließlich bietet das den angenehmen Nebeneffekt, dass ich ziemlich abnehme. Wobei, in den letzten paar Tagen war es etwas weniger, wegen dem Kuchen am Geburtstag, um den ich ja schließlich nicht drum herum kam, aber es war wenigstens nur ganz wenig. Wie auch immer, Punkt ist, dass es weniger wird, aktuell 57 Kilo bei 1,75m. Die Schlüsselbeinknochen, die Handgelenke, die Hüften, man sieht es, wenn auch nicht viel. Problem nur, dass meine Freundin es merken wird...

Morgen habe ich wieder einen Termin, bei der Beratungststelle. Ich werde das Gespräch mit meiner Tante ansprechen, und die Panikattacken abends und nachts. Alles andere ist erstmal Nebensache.
 

Und ich frage mich gerade, ob es richtig war, dass ich mit meiner Tante geredet habe, und ob ich ihr überhaupt trauen kann..

1 Kommentar:

  1. ich glaube es war richtig, dass du mit deiner tante geredet hast. ich kann es nur von außen beurteilen, aber ich habe irgendwie ein gutes gefühl, ich hoffe du kannst ihr trauen.

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