Sonntag, 22.09.2013

Wisst ihr, es lässt sich recht gut überleben, wenn man die Realität ein wenig verschiebt. Dann kann man machen was man will und es hat keine negativen Konsequenzen, weil man jemand anders ist. Weil dann nicht mehr der eigene Körper alles abbekommt. Es ist wie ein Fremdkörper, die Gestalt, die man tagsüber annimmt, um das wahre Ich zu verbergen. Mag sein, dass sich das für euch völlig durchgeknallt anhört und vielleicht ist es das auch. Denn jedes Mal, wenn in dieser verschobenen Realität, in meiner Welt quasi, etwas schief geht, trifft es mich in der echten Realität umso mehr. Dann sehe ich wieder, wie kaputt alles wirklich ist, und dass darüber auch die bunt glitzernde Lüge nicht hinwegtäuschen kann. Das Gefühl, was ich dabei habe, ist unglaublich schrecklich. Es ist, als ob man jahrelang nicht bei Bewusstsein war und dann in einer Welt aufwacht, die nur aus Angst, Hass und Gewalt besteht. Während der wenigen Stunden, in der sich die "Echtheit" dann offenbart, breche ich zusammen, ohne Halt, ohne jemanden an meiner Seite. Wer sollte auch da sein, nachdem ich alle verstoßen habe? In meine Realität passt niemand hinein, da erschaffe ich mir meine eigenen Charaktere. Doch bin ich hier, wird mir eiskalt vorgeführt, wie schwach ich eigentlich bin. Dann kommen Klinge, Alkohol und sonstige Betäubungsmittel zum Einsatz, damit ich beim Erwachen nicht mehr hier bin, sondern in meinem Universum. Meine Psychologin hat viele schöne Wörter dafür, und sie verlangt von mir, das Ganze aufzugeben, doch das kann ich nicht. Es ist viel zu sehr ein Teil von mir, und schließlich sägt man sich ja auch nicht so einfach ein Bein ab, oder? 

8 Kommentare:

  1. Warum nimmst du nicht einfach die Hilfe an von Menschen die du magst? Ich denke, wenn sie merken, wie es dir geht, dann sind sie sehr traurig und wollen dir nur noch helfen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es ist schwer zu erklären, im Moment wäre ich am Liebsten allein, ich ertrage es kaum, andere Menschen um mich zu haben und da ich im Job und mit meinem Vatere dazu gezwungen bin, brauch ich momentan meine freie Zeit für mich, weil ich mich nur dann wohl fühle, wenn ich mich (allein) in meine Gedankenwelt zurückziehen kann.

      Löschen
  2. gibt die Arbeit dir einen Sinn zu Leben?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Arbeit ist eigentlich etwas, was ich gerne tue, aber im Moment wünschte ich, ich müsste nicht hin. Nicht wegen dem, was ich dort tue, sondern weil das Aufstehen, die lange Fahrt und die wenige Freizeit mich fertig machen.

      Löschen
  3. ich halte dich nicht für völlig durchgeknallt,
    ich versteh dich.

    AntwortenLöschen
  4. ich empfinde deine selfmade-parallelwelt als eine art rechtfertigung dafür, die dumme realität einfach mal von dir weg zu schieben. das ist ok. lass dich gleiten. lass los. wozu an etwas festkrallen, das so viele dornen hat, nur weil andere sagen, man darf nicht loslassen.
    solange man funktioniert, ist es auch scheißegal für wen man sich hält. autopilot - und was in der karre sonst noch abgeht, ist dein ganz persönlicher spaziergang. durch die hölle. durch gärten, wüsten, städte. wohin du willst. und irgendwann - so ist es gewollt - findet man sich selbst.
    was für ein wirrwarr, du verstehst die worte sicher nicht. ich wollte dir sagen: ach keine ahnung, ich bin zu blöd.

    AntwortenLöschen
  5. hast du keine Angst am Ende ganz alleine dazustehen?oder hast du ein schlechtes gewissen, wenn du dein Umfeld ablehnst? Ich weiß wie du dich fühlst, aber wenn man wieder aufwacht, dann ist man auf Menschen angewiesen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn ich ehrlich bin, kann ich dir darauf nicht einmal eine ordentliche Antwort geben. Alles was ich weiß ist, dass ich es momentan einfach nicht ertrage, freie Zeit mit anderen Menschen zu verbringen. Selbst wenn ich in der Bahn jemanden treffe, den ich kenne, könnte ich weinen weil es heißt dass ich mich mit jemandem unterhalten muss und nicht Musik hören kann und mich wegdenken kann, in einen anderen Ort, in einen anderen Körper, in ein anderes Leben. Das ist bei jedem so, ob ich diesen Menschen 'vorher' mochte oder nicht. Einzig mein Verstand erinnert mich ab und zu daran, dass es unfair gegenüber den Anderen ist.

      Löschen