Heute ist B. wieder gefahren, ich habe nun also Zeit, mich wieder regelmäßiger zu melden. Eigentlich lief alles den Umständen entsprechend gut, gestern ist es allerdings eskaliert. Wir haben uns gestritten, ziemlich heftig, das Resultat sind ein geprellter Arm und ein Loch in der Tür. Mein Vater hat zum Glück nicht viel dazu gesagt, langsam scheint er sich daran zu gewöhnen, dass seine Tochter doch ein bisschen gestörter ist, als er immer dachte.
Gestern Abend sind B. und ich noch rausgegangen, durch die Felder hinter dem Haus gelaufen, und haben geredet. Irgendwann bin ich durchgedreht, ohne dass es einen wirklichen Grund gab. Erst war es nur verbal, ich hab sie angemeckert, sie hat mir Vorwürfe gemacht, ich hab geschrien, sie hat mich beleidigt. Ganz plötzlich dann wieder der Umschwung, so unvorhergesehen wie sonst auch immer. Ich hab mich auf die Straße gesetzt und einfach angefangen zu heulen, mitten in der Dunkelheit. B. wollte mich da wegholen, wegen der Autos, aber einerseits kommen da eh nur selten welche und andererseits war es mir scheißegal. Ich hab mich also auf den Rücken gelegt und einfach alles rausgelassen. B. wollte mich in den Arm nehmen, aber ich hab ihre Hand weggeschlagen (ich glaube, viel heftiger als beabsichtigt), weil ich ihre Berührungen nicht ertragen habe.Wieder diese Schmerzen in der Brust, nur an diesem einen Punkt unterm Brustbein, als hätte mir jemand ein Messer in den Körper gerammt. Ich konnte kaum atmen, hatte das Gefühl zu ersticken oder einfach ohnmächtig zu werden.
Nach gefühlten Stunden konnte ich aufstehen, immer noch Tränen in den Augen, bei jedem Schritt dieses Loch in der Brust. Ich wollte einfach nur weg. Irgendwie sind wir dann zuhause angekommen, ich hab mich sofort ins Bett gelegt, mich noch eine Weile hin und her gewälzt, weil die Schmerzen nicht weggingen und nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich einschlafen.
Trotzdem läuft auf der Arbeit immer noch alles gut. Es ist weniger belastend als meine Psychologin befürchtet hat, im Gegenteil, es hilft mir unglaublich, etwas zu tun zu haben, was mir Spaß macht und wo ich nicht das Gefühl habe, nichts auf die Reihe zu bekommen.
Jetzt allerdings bin ich allein, mein Vater und mein Bruder sind im Urlaub, B. ist weg und heute und morgen habe ich frei, was mich momentan aber eher belastet als erfreut. Am liebsten wäre ich den ganzen Tag in der Klinik, dort werde ich gebraucht und bin nicht überflüssig, außerdem komme ich mit den Patienten wesentlich besser klar als mit psychisch vollkommen gesunden Menschen...


Es freut mich sehr, dass du meinen Blog magst. :)
AntwortenLöschenTrotzdem solltest du vielleicht wissen, dass die Geschichte mit Philipp nur erfunden ist und (leider) nicht wirklich passiert (ist). :D