Das Erste, worauf ich schaue, als ich den Zettel in der Hand halte, ist der Schnitt. 1,7. Erleichterung macht sich in mir breit, bis mein Blick auf den Teil des Bogens fällt, auf dem die Ergebnisse der Abiturklausuren stehen. Deutsch 15, Französisch 14, Geschichte 7, ... Warte. 7 Punkte nur? Wie kann das sein? Ich hab so viel gelernt wie noch nie, ich hatte noch nie unter 10 Punkten in Geschichte, was zur Hölle ist passiert? Beim Durchrechnen fällt mir dann auf, dass ich mit einem oder zwei Punkte mehr auf 1,6 gekommen wäre. Schlagartig verschwindet das Lächeln aus meinem Gesicht. Es ist zu schlecht. Einfach zu schlecht. Ich drehe mich nach links, zu Mitschülerin eins und frage sie, was sie hat. "1,6 und du?" Meine Laune sinkt. Ich frage Mitschülerin zwei, die rechts von mir sitzt, nach ihrem Schnitt, sie antwortet ebenfalls mit "1,6". Versagt.
Etwas später sitze ich bei meiner Psychologin, erzähle ihr davon und wie enttäuscht ich von mir selbst bin. Lieber hätte ich weniger Punkte in Deutsch gehabt und dafür mehr in Geschichte als so. Bah. Wir reden ein bisschen, über zu hohe Anforderungen an sich selbst, über Druck und Ansprüche von außen. Dann holt sie einen dicken Ordner und beginnt, mir Fragen zu stellen. Erst ein Schnellüberblick, damit sie sehen kann, wonach sie genauer fragen muss. Bei jeder Frage, die ich mit Ja beantworte, lässt sie mich detailliert erklären, wie sich das genau äußert. Am Ende sehe ich ein F 32. auf ihrem Zettel stehen, die Zahl nach dem Punkt ist nicht gut genug zu erkennen, aber das reicht schon. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, was das heißt. Es steht also anscheinend fest. Die Depression ist real.
Morgen geht es zu B., eine Woche lang, und ich habe Angst davor. Ich ertrage es immer weniger, wenn mir jemand zu nahe kommt, ich ertrage ihre Liebe kaum noch, was aber nicht an ihr liegt, sondern an mir. Irgendetwas in mir tut weh, sobald sie mir sagt, dass sie mich liebt, und ich fühle mich unglaublich schlecht deswegen. Ich hoffe nur, dass es weggeht, wenn ich bei ihr bin, oder dass ich es zumindest noch eine Weile unterdrücken kann. Sie würde sich Vorwürfe machen, obwohl sie nichts falsch gemacht hätte. Und das kann ich nicht zulassen.
Vielleicht hilft es ja ein wenig, dass L.'s Austauschschüler aus Paris zur selben Zeit bei ihm ist wie ich, sodass ich also mit ihm französisch reden kann. Man glaubt es kaum, aber für mich ist das eine wirklich gute Medizin, es ist meine Sprache, ich fühle mich nicht mehr so fehl am Platz, wie sonst und es macht mich für ein paar Momente glücklich.
So ihr Lieben, ich verabschiede mich jetzt und wünsche euch alles Gute! Vielleicht komm ich ja zwischendurch doch dazu, den einen oder anderen Post zu verfassen (;
Bis spätestens nächste Woche, meine süßesten Leser ♥


Mach dich wirklich nicht fertig wegen den 1,7. Das ist trotzdem ein 1, x durschnitt und das ist sehr gut :)
AntwortenLöschenAußerdem wünsche ich dir gute Besserung in Allem und eine schöne Zeit. (Jetzt, miz abschlusss der prüfungen, hast du den stress für eine weile hinter dir) <3
Ich würde für deinen Notenschnitt töten. Aber ich bekomm meinen eh erst nächste Wche Montag.
AntwortenLöschenPass auf dich auf.
Mach dir keinen Stress,1,7 ist ein sehr guter Schnitt,du musst bedenken,das man immer mehr erreichen kann. Zu b. ich denke sie ist eine gute Partnerin,die es verstehen wird und dich,wie du immer wieder schreibst,wirklich liebt.Soetwas darf und solte man nicht aufgeben.Ich hätte gerne so eine Partnerschaft,ich glaube sie würde alles für dich tun,obwohl sie selber nichts hat.Viel Spass in der woche und eine ganze dicke umarmung,damit du alles erreichen kannst,was du willst.
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