In meinem Kopf spielt sich ein Film ab, aus mehreren kleinen Einzelszenen, und mein dummes, realtätsfernes Gehirn hat es sich in den Kopf gesetzt, eine Beziehung zu haben, die perfekt ist, völlig gleichförmig. Quasi wie ein einzelner Mensch in zwei Körpern. Die Logik sagt "Das ist nicht möglich, niemals."
Trotzdem bleibt die Lücke, der leere Stuhl neben mir, auf dem niemand sitzt. Es fehlt einfach etwas. Der Anruf, genau in dem Moment, wo man in Tränen ausbricht. Der Satz "Ich fahr sofort zu dir, in ein paar Minuten bin ich da." Das leise Öffnen der Terrassentür, die Arme, die einen halten und beschützen, vor der Grausamkeit der Welt. Das wortlose Einverständnis, mit dem man sich jeden Tag trifft, ohne dass jemand drittes wichtiger wäre. Die spontanen Einfälle und verrückten Ideen, die man nur miteinander in die Tat umsetzen kann, weil der Rest der Menschheit es ja doch nicht verstehen würde. Das Gefühl, von jemandem gebraucht zu werden, und nicht nur derjenige zu sein, der abhängig ist.
J. hat diesen Platz mal besetzt, wenn auch nicht ganz so, wie es mich am meisten ausgefüllt hätte. Aber das wird sie nie wieder tun können, dafür hat sie sich zu sehr verändert, dafür sind zu viele andere Personen im Spiel.
Dann war es B., eine ganze Zeit lang. Bis R. gekommen ist. Den ganzen Tag ist sie jetzt mit ihr unterwegs, ist wahrscheinlich das, was man B.'s beste Freundin nennen könnte. Das heißt also, dass ich nur noch ihre Freundin bin, und nicht mehr beides in einem.
Wahrscheinlich ist es objektiv gesehen besser so, trotzdem ist da noch der Stuhl, der wieder frei ist. Vielleicht schmiere ich Sekundenkleber drauf, dann bleibt der nächste garantiert sitzen, und lässt mich nicht mehr allein. Scheiße, warum habe ich so bescheuerte Bindungsprobleme?!
Jaja, das sieht mir wieder ähnlich, Menschen testen und dann fallen lassen, wenn sie nicht passen, wenn sie nicht genug sind und nicht in meine Vorstellungen passen. Shit, ich sollte nicht nachts schreiben, dann fließen die Gedanken so komisch.
Wie kann B. mich bloß lieben? Ich bin ein Arschloch.


Zur Zeit liebe ich Hollywood Undead, Three Days Grace, Mumford and Sons, Rise Against, Shinedown, Soley und Death cab for Cutie :)
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Das du hohe freundschaftsansprüche hast kann ich verstehen. Denn als ich mir den Abschnitt durchgelesen habe, fiel mir auf das es mir genauso geht. Die gleiche Geschichte nur in hellgrün. Dieser freie Platz da auf dem Stuhl ist, so denke ich, nur da damit die Tränen einen Grund zum fließen haben. Aber das darf man nicht zulassen.
AntwortenLöschenMach dir (aufmunternde) Musik an und habe nur einen Gedanken: Ich bin froh, das ich lebe. Und ich werde richtig Leben. Denn mir geht es jeden Tag ein bisschen besser.
Wenn du das jeden Tag machst, schenkst du irgendwann diesen Worten immer mehr glauben.
Ich wünsche dir viel Glück. :)