Sonntag, 18.11.2012

Angst. Das Ticken einer Uhr, der Blick zum Haken über der Tür. Da hängt keine Uhr mehr. Das Pochen der Wasserleitung. Das Knacken von nebenan, aus dem Zimmer von meinem Dad, und von unten.
Mein Herz rast, der Atem stockt, als wäre ich kurz vorm Ersticken. Ich sitze auf meinem Bett, Arme um die Knie geschlungen, Augen starr auf das Schlüsselloch gerichtet. Solange man das Licht sehen kann, ist alles in Ordnung, dann steht nichts niemand vor der Tür. Das Suchen von Auswegen, jede Fluchtmöglichkeit durchdenken. Tür wird blockiert sein, da wird derjenige durchkommen, also Fenster. Letzter Ausweg wäre also das Fenster. Es ist nicht hoch, vielleicht drei Meter, sterben würde ich wahrscheinlich nicht. Wohin dann? Mit einem wahrscheinlich gebrochenen Bein über die Auffahrt bis zur Straße, dann irgendwie Hilfe holen. T. wohnt drüben, da würde ich hingehen, die würden mir schon helfen. Was ich denen erzähle, könnte ich dann erzählen. Langsam löst sich die Anspannung. Der Fluchtplan steht, nur für den Fall. Es ist die einzige Möglichkeit die ich hätte, aber es gibt mir Sicherheit. Langsam, mit zitternden Fingern ziehe ich den Laptop zu mir. Bitte kein flackerndes Bild jetzt, bitte keine Lichtung mit einem Brunnen, bitte, einfach einen normalen Startbildschirm! Ich bleibe sitzen, für (gefühlt) eine halbe Stunde passiert nichts, mein Blick gleitet immer wieder zum Schlüsselloch. Dann atme ich tief ein und drücke den Startknopf. Alles normal. Ich öffne Firefox, logge mich ein und beginne mit immer noch zitternden Fingern zu schreiben, während der letzte Rest dieser Panikattacke durch meine Finger in die Tastatur fließt und langsam endgültig verschwindet.

1 Kommentar:

  1. omg... das ist schrecklich...Ich wünschte ich würde dir irgendwie helfen können, aber ich weiß nicht wie... sry

    Aber falls ich(oder irgendjemand) dir helfen kann, sags einfach

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