Donnerstag, 01.11.2012

Die Suizidgedanken sind wieder da. Es sollte nicht so sein, ich sollte mich freuen, morgen bin ich wieder bei meiner Freundin. Aber schon der Gedanke, morgen um sechs aufzustehen und diese endlosen Stunden im Zug zu verbringen, macht mich fertig. Ich will keine Menschen sehen, will nicht raus in die Kälte, ich will sterben.
Ich schaff das alles nicht. Und niemandem fällt es auf. Mein Termin bei der Beratungsstelle wurde auch wieder nach hinten geschoben, wieder drei Wochen warten. Ich esse fast nichts und schlafe selten, rauche viel und schließe mich hier ein. Dieses Zimmer ist der einzige Ort, wo ich mich wirklich sicher fühle. 
Mir ist schlecht, mein Gesicht ist verheult und mein kaputtes Handy liegt immer noch auf dem Boden.
Schau dir nur mal an, was aus dir geworden ist. Scheiße siehst du aus, einfach scheiße. 
Es klopft an der Tür. Zusammenreißen. Pulli überziehen, verschlafenes Lächeln ins Gesicht zaubern, Tür aufmachen. Mein Dad.
- "Wann willst du mal was essen?"
- "Ich bin doch gerade erst aufgestanden."
- "Dann komm gleich langsam mal runter."
- "Oke, ich zieh mich eben um."
Also los, tief einatmen, Haare kämmen und das "perfekte, glückliche Tochter"-Gesicht aufsetzen. Passt schon.

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