Ich bin so müde. Müde vom Leben, müde, mich anstrengen zu müssen, müde, immer allen etwas beweisen zu müssen. Ich möchte schlafen, einfach nur schlafen. Stattdessen sitze ich hier, das Wasser tropft von meinen Händen. Neben mir steht ein Eimer mit Eiswürfeln. Ich schaue auf den Bildschirm. Keine Nachricht, nichts Neues. Ich weiß nicht einmal, worauf ich warte. Ich spüre nur diese gähnende Leere in mir drin und ich wünsche mir, dass jemand kommt, der diese Leere füllt. Am besten B. Sie soll endlich wieder kommen. Ich fühle mich so erschöpft, als hätte ich tagelang nicht geschlafen. Und trotzdem so ruhelos. Ich kann nicht still sitzen, ich kann mich auf nichts einlassen, nichts lenkt mich ab, alles langweilt mich. Ich renne von A nach B, ohne zu wissen, was ich eigentlich will, und werde dabei immer wütender, auf mich, auf dieses leere Haus, auf die Leute, von denen keiner da ist, von denen sich keiner dafür interessiert, was ich mache. Ich nehme einen der Eiswürfel in die Hand. Die Kälte durchfährt mich wie ein Elektroschock, trotzdem halte ich aus, bis er komplett geschmolzen ist. Meine Hand ist taub, komplett taub. Aber ich spüre mich wieder.


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