Seit vorgestern Abend bin ich wieder da. Diesmal war der Abschied schrecklich, es tat so weh wie noch nie... Wahrscheinlich, weil wir uns zwei Wochen - quasi am Stück - rund um die Uhr gesehen haben und wir ab jetzt wieder nur noch alle 2 bis 3 Wochen für ein Wochenende sehen, wo ich nicht mal bei ihr schlafen kann und wo wir uns gerade mal ein paar Stunden pro Tag sehen können.
Wir haben uns in den zwei Wochen so aneinander gewöhnt, was das 'zusammenleben' angeht, es war, als wären wir in unserer eigenen kleinen Wohnung, B. ging es so viel besser, sie hat sich endlich mal ein bisschen akzeptiert und sie wurde nicht mehr ständig von ihren Eltern fertiggemacht. Es ging uns gut, richtig gut. Zwar haben wir uns zwischendurch auch mal gestritten, aber sowas gehört ja auch irgendwie dazu. Ich glaube, das waren so ziemlich die schönsten zwei Wochen, die ich bisher hatte, nicht nur mit ihr, sondern allgemein in meinem Leben. Sie fehlt mir so... Den sanften Druck ihrer Lippen auf meinen, ihre weiche Haut unter meinen Fingern, ihren ruhigen, gleichmäßigen Atem an meinem Hals, wenn sie schläft und ihr Kopf auf meiner Schulter beim Fernsehen. Selbst ihre Macken fehlen mir, es fehlt so viel mehr als sonst... Meine Mini...
Montag muss ich beim Jugendamt anrufen, das hat ihre Psychologin uns geraten. Als wir ihr erzählt haben, wie die Situation bei B. zuhause ist, hat sie uns sofort einen Zettel mit Nummern ausgedruckt, von vielen verschiedenen Hilfestellen. Sie hat uns geraten, nach Jugendwohngruppen zu fragen und danach, wie dabei für sie am wenigsten Zusatzbelastung dazukommt, weil es ja noch die Zeit geben würde, in der das Jugendamt den Fall prüfen würde, und in dieser Zeit würden ihre Eltern sie quasi in Stücke reißen, dafür was sie "der Familie antun" würde. Bleibt die Frage, Was ist das für eine Familie? Aber das spare ich mir erstmal. B.'s Psychologin hat uns auch erzählt, dass B. das Sorgerecht für sich selbst beantragen könnte, dafür müsste aber ein Test gemacht werden, ob sie reif genug dafür ist, und ob das bei ihr nicht nur ein "Mama hat mich nicht auf die Party gelassen und gibt mir zu wenig Taschengeld, deswegen will ich ausziehen"-Fall ist. Wie auch immer, ich werde einfach mal bei den drei Nummern, die wir uns von dem Zettel ausgesucht haben, anrufen und nachfragen, B. hat dazu im Moment sowieso viel zu wenig Kraft. Ich hoffe, dass die mir dort genug erzählen können, was ihre letzte Zweifel beseitigen kann, was die Wohngruppe angeht... Ich werde alles tun, um ihr zu helfen. Egal, wie schwer es wird. Sie ist meins und zusammen schaffen wir das. Hoffentlich.
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