Montag, 09.06.2014

Ich denke, ich kann endlich sagen, dass ich durch bin mit ihm. Er hat uns hingefahren, da war noch alles in Ordnung. Den ganzen ersten Tag haben wir getan als ob nichts war, und alle die ich im Nachhinein gefragt habe, meinten, man hätte nichts gemerkt. Ab dem zweiten Tag wurde er dann komisch und hat mich vollkommen ignoriert, nicht mal angesehen, und dann kam er an und meinte, ob wir zurück den Zug nehmen können. Ab da war das Thema gegessen. Trotzdem konnte Monsieur es nicht lassen und hat uns dann beim Kanufahren auch noch schlaue Sprüche reindrücken wollen à la "Ich bin ein Experte und weiß wie das geht, ihr macht das eh alles falsch." 
Witzig, dass wir ohne seine tollen Ratschläge besser vorankamen. 
Jedenfalls war ich so sauer und frustriert, nicht mal wirklich enttäuscht, sondern einfach nur wütend, dass ich mich Donnerstagabend ziemlich betrunken hab. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich einen Heulkrampf bekommen hab. Es war mir unglaublich peinlich, nicht weil meine Zimmernachbarin dabei war, sondern weil noch ein Kerl dabei war. Hab mich dann immer wieder entschuldigt, und er hat meine Haare gehalten als der Wodka wieder rauskam, hat mich einfach in den Arm genommen und mir erzählt dass ich etwas besseres verdient habe als diesen Idioten. Und langsam fange ich an, das wirklich zu glauben. Erst recht nach dem, was er sich die Woche geleistet hat; wie er sich mir gegenüber verhalten hat. 
Seitdem schreibe ich jeden Tag mit dem anderen, dem von Donnerstag Nacht, also K. Es tut unglaublich gut, jemanden zu haben, der zuhört, der versteht, nicht verurteilt und das alles nicht macht, weil er irgendwelche Hintergrundgedanken hat. Auch wenn ich nach der Sache mit J. immer befürchte, dass sich am Ende doch herausstellt dass alles nur ein abgekartetes Spiel ist. Dass die Lügen vorsätzlich waren, um ans Ziel zu kommen. Aber, wie hat K. so schön gesagt? "Lasse nicht einen anderen für die Fehler büßen, die J. gemacht hat. Verschließ dich nicht, denn irgendwann kommt einer, der es wirklich ernst mit dir meint. Und du hast es so sehr verdient, glücklich zu sein." Ist ungewohnt das zu sagen, aber vielleicht hat er tatsächlich recht.

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