Mit einem lauten Knall prallt das Handy von der Tür ab. "Ich hasse dich, ich hasse dich, ich hasse dich!" schreie ich und schlage mit der Faust gegen die Wand. Dann stehe ich auf und schaue nach dem Handy. Kaputt. Es ist in zwei Hälften gebrochen, genau wie letztes Mal. "Verdammtes Scheißding." Wieder dieses Gefühl, wie ein Stromschlag durchschießt es meinen Körper. Ich schlage wild um mich, vor Wut, auf mich selbst, auf B., auf meinen Dad, auf alles.
Als ich wieder zu mir komme, tun meine Hände und meine Beine weh.
Ich fühle mich wie ein Luftballon, aus dem man die Luft gelassen hat. Benommen sinke ich zur Seite. Zusammengerollt wie ein Baby liege ich auf dem Boden und fange an zu weinen. Meine Lungen fühlen sich an, als würden sie platzen, ich kann kaum atmen, aus meinem Mund kommt nur noch lautes Schluchzen, das langsam zu einem verzweifelten Schrei wird. Ich spüre meine Beine nicht mehr, die Knöchel an meinen Händen fangen langsam an zu bluten. Irgendwo in meiner Brust breitet sich wieder dieser Schmerz aus, so unerträglich, dass ich wieder aufstehe, mir eine der Klingen nehme und sie durch meinen Arm ziehe. Endlich ist es besser. Kraftlos falle ich zurück auf den Teppich und schaue dem Blut zu, das langsam über meinen Arm läuft.
Endlich Stille.
Dieser letzte Ausbruch ist schon eine Weile her. Aber die Wut steckt in mir wie eine Bombe, tickend und pulsierend unter der Haut, niemand weiß, wann sie hochgeht. Ich habe Angst, dass es wieder passiert, weil ich es immer weniger kontrollieren kann, ich fühle mich wie Hulk, ganz plötzlich werde ich ein großes, grünes Scheusal, das Sachen zerstört und das allen unglaublich verletzende Sachen an den Kopf wirft. Erst hinterher, wenn ich wieder Dr. Banner bin, merke ich, was ich getan habe. Dann weiß ich nicht, was ich tun soll, dann wünsche ich mir ein Mauseloch, in dem ich mich verstecken kann und gleichzeitig eine Klinge, mit der ich mich für dieses Verhalten bestrafen kann.
Dann reicht keine Entschuldigung mehr.


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