Und dann liegst du da, und kannst nicht einschlafen. Es ist dunkel, du liegst im Bett, aber die Gedanken lassen sich nicht ausknipsen, so wie die Lampe an der Wand. Es ist wie ein Karussell im Kopf, das sich immer und immer weiter dreht, doch es bleibt nie stehen. Keine Pause, niemand kann runter, alle werden gezwungen, weiterzufahren. Wer einmal aufgestiegen ist, hat das Ticket zur Hölle gezogen, der kann nicht mehr anhalten. 
Also liegst du da, wartest auf den Sandmann, der nicht kommt. Du drehst dich und wälzt dich umher, doch nichts hilft, sodass du schließlich die Musik rausholst, in der Hoffnung, sie würde dich einschläfern. Aber das tut sie nicht. Sie bringt dich in einen Halbschlaf, ähnlich der Trance, ein noch viel schlimmeres Gefühl als die Schlaflosigkeit. Augen also wieder auf, Kopfhörer aus den Ohren. Immer wieder schaust du auf die Uhr, und mit jeder Minute, die verstreicht, wirst du verzweifelter. Nur noch fünf Stunden, bis du wieder aufstehen musst, viereinhalb Stunden, drei Stunden.
Wenn ich an dem Punkt angekommen bin, werde ich meistens kreativ. Dann werden meine Wände bemalt, bekritzelt mit Songzitaten, dann wird Farbe rausgeholt und ohne Nachdenken auf die Leinwand geklatscht, dann werden Texte geschrieben, Briefe an Gott und die Welt. Manchmal male ich meine Beine an, im Winter stört sich niemand an Edding auf den Beinen, manchmal ladet das Schwarz auch nur auf den Möbeln.
Jede Nacht, fast ausnahmslos jede Nacht laufe ich in meinem Zimmer umher, wie ein alter Zirkuslöwe in seinem Käfig, der nur noch auf den Gnadenschuss wartet. In letzter Zeit habe ich angefangen, nachts Filme zu gucken, davon werde ich zu solch später Zeit meist ziemlich sentimental, und Heulen macht schläfrig. Mal sehen, wie lange es heute dauert. 
Der Countdown läuft...

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