Sonntag, 03.02.2013

Die letzten Tage habe ich fast vollständig im Bett verbracht, heute morgen lag ich auch wieder viel zu lang, erst gegen 15h konnte ich mich aufraffen...
Es ist einfach so, dass ich, wenn ich dort im Bett liege, eingewickelt in zwei warme Decken, eingehüllt von Dunkelheit und mein großes, dickes Sheepworld-Kissen umklammernd, mich irgendwie geborgen fühle. Dann spüre ich die Einsamkeit nicht mehr, weil dieses Kissen sich mit ein bisschen Fantasie anfühlt wie ein Mensch, der neben mir im Bett liegt und mich im Arm hält. Oft genug ertappe ich mich sogar, wie ich in meinem Kopf Gespräche mit meinem imaginären Kissenfreund führe, der je nach Lust und Laune mal jemand aus meiner Schule ist, den ich gern kennen lernen würde, manchmal ein Schauspieler oder Sänger und dann wieder jemand völlig anderes.
Ich hab das schon oft gemacht, wenn ich mich einsam gefühlt habe, als ich ganz klein war und mir meinen Dad gewünscht hab, als ich älter wurde und unbedingt einen Bilderbuchmärchenprinzen haben wollte und in Frankreich, als ich jemanden brauchte, der mir zuhört und mich motiviert, weiterzumachen. Es klingt völlig bescheuert, und ich fühle mich beim Aufschreiben ziemlich krank, trotzdem muss das mal raus.
Es gibt noch etwas, was mir seit ich klein bin, immer geholfen hat, der Realtät zu entkommen. Kiwi hat dazu neulich Folgendes geschrieben:

Kennt Ihr das? Wenn man ein Buch liest und sich mehr mit dessen Hauptcharakter identifizieren kann, als mit sich selbst? Es ist so einfach in diese Rollen zu schlüpfen, wenn Gemeinsamkeiten bestehen. Alles entpuppt sich als logisch. Es muss nicht einmal schön sein, trotzdem fühlt es sich "richtig" an; wie die Antwort auf die Frage "Wer bin ich?". Und es ist, als würde man sterben, wenn die letzte Seite gelesen ist. - Buch zu, Leben vorbei.
Inspiration:
Splitterfasernackt von Lilly Lindner.

Dieses Zitat fand ich so passend, es traf wirklich den Nagel auf den Kopf, sodass ich es unbedingt weitergeben wollte. Denn es spiegelt haargenau das wieder, was ich empfinde.

3 Kommentare:

  1. Diese Bett-Tage kenn ich nur zu gut... =)

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  2. und, damit du dich nicht krank fühlst: ich rede in gedanken auch mit mir/gegenständen, immer mit "besonderen" menschen. leute die ich beneide, vom aussehen oder vom charakter her, leute die ich vermisse, bei denen ich gerne sachen anders gemacht hätte.. aber am liebsten spreche ich zu einem großen publikum, in meinem kopf. ich rede leise (damit mich meine eltern nicht hören :D) auf englisch und bin dann wie ausgewechselt, habe selbstbewusstsein. so übe ich praktisch für die realität, irgendwie.
    liebste grüße.

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