Freitag, 30.11.2012

Alles läuft immer mehr aus dem Ruder. Der einzige Moment, in dem nichts durch meinen Kopf geht, ist nach der Schule, wenn ich auf den Zug warte und eine Zigarette zwischen den Fingern halte. Dann fühle ich mich für eine kurze Zeit entlastet, der Unterricht ist vorbei, und damit das gespielte Lächeln und das Gerede über mich.
Aber sobald ich wieder zuhause bin, bricht alles auf mich herein. Dann sehe ich den Stapel an Dingen, die ich noch erledigen muss, wie eine große, dicke Mauer vor mir, die ich nicht überwinden kann, dann schließe ich mich ein und fange an zu heulen und zu schreien, dann schneide ich mich. Versager. Ich hasse mich dafür, einfach nur faul rumzuliegen und zu heulen. Ich will etwas tun, aber es funktioniert nicht. Selbst in der Schule schaffe ich die Aufgaben nicht mehr, ich fehle immer häufiger, weil ich es morgens nicht schaffe, aufzustehen. Faules Stück, anstatt deinen Arsch zu bewegen, jammerst du hier rum. Ich weiß. Und ich weiß, dass es genug Menschen gibt, denen es schlechter geht, B. zum Beispiel. Sie hat einfach was besseres verdient, nicht so eine unfähige Freundin wie mich.

Ich brauche jemanden, der mir hilft, irgendwie. Dieser Zustand wird immer schlimmer und ich schaffe das allein nicht. Aber mein nächster Termin bei der Beratungsstelle ist erst in zwei Wochen. Hilfe...

1 Kommentar:

  1. Dein Blog hat mich richtig eingenommen. Du schreibst so gut.. und wahrscheinlich finde ich mich irgendwie in deinen Texten wieder.

    Halte durch bis zu dem Termin :( Zur Not kannst du doch wirklich mal mit deinem Hausarzt darüber sprechen, er hat ja Schweigepflicht und wenn alle Stricke reißen, könnte er dich für ein paar Tage krank schreiben (?).

    Alles Gute <3

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