Montag, 15.10.2012

Es ist jedes Mal das gleiche. Ich hasse Abschiede. 

Und dann diese lange Fahrt. Vier Stunden Schmerz, mit jeder Sekunde entferne ich mich weiter von ihr. Den Koffer ziehen, durch die Sitzreihen laufen, sich bemitleidend anglotzen lassen. "Armes Kind, die ist ja ganz verstört.", "Haha, die Alte heult ja.", "Was'n mit der los?" 
Schließlich sitzt dann ein halber Mensch da, will bei jeder Haltestelle aussteigen und zurück in die Richtung fahren, aus der er gekommen ist. Will schreien, um sich schlagen, sich betäuben, um den Schmerz nicht zu spüren. Er entfernt sich immer weiter, und irgendwann hört es auf. Dann kommt die Leere. Der halbe Mensch sitzt da, starrt die Wand an und ist einfach nicht mehr da. Geistig nicht anwesend, völlig depersonalisiert. Er fühlt nichts mehr, überhaupt nichts mehr. Dieser Mensch bin ich.



One day, we will never have to say goodbye anymore, only good night.

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