Das Wochenende über bin ich wieder bei B., das heißt, schlafen muss ich wieder bei einer guten Freundin, weil B.'s Eltern wieder da sind.
Ich bin gerade ziemlich frustriert, weil unsere Ferientermine dieses Jahr ziemlich scheiße liegen. Bei ihr in NRW hören die Ferien genau dann auf, wenn meine in Niedersachsen anfangen, heißt, wir können uns trotz Ferien wieder nur am Wochenende sehen. Aber immerhin ist es besser als nichts, und jede Stunde,selbst jede Minute die ich sie sehen kann, ist etwas besonderes.
Ansonsten geht es mir nicht besonders gut. Stimmungsschwankungen, die völlig unkontrollierbar sind, und zwar nicht diese pubertätsmäßigen, das habe ich schon durch. Das hier ist größer, es macht mir Angst. Erst ist es tagelang ziemlich schlecht, Depressionen, Suizidgedanken, ständiges Schneiden. Dann, von einem auf den anderen Tag ist meine Stimmung so euphorisch, dass ich fast Angst vor mir selbst bekomme. Ich traue mich Sachen, die ich normalerweise nie gewagt hätte, aus Angst, mich zu blamieren, mir kommen Ideen, die fast an Größenwahnsinn grenzen, ich laste mir extrem viel Arbeit auf, weil ich das Gefühl habe, alles mit links zu schaffen. Und dann mache ich mir doch wieder einen Strich durch die Rechnung und verwerfe alles, wenn die euphorischen Tage vorbei sind und die Depression mich wieder begrüßt.
Es ist schrecklich, es strengt ungemein an, und man weiß nie, wann ein Hoch bzw ein Tief zuende sein wird. Manchmal ändert sich das alle fünf Sekunden, manchmal dauert es Tage und Wochen. Selbst die "guten" Zeiten sind ziemlich belastend, weil diese Fröhlichkeit sich so falsch anfühlt, es ist anders als eine Maske, die ist irgendwo immer noch selbst gewählt, aber hier ist es wie von außen bestimmt. Als würde jemand den Schalter auf fröhlich stellen. Ich kann das nicht kontrollieren, ich hab da überhaupt keine Macht drüber.
Eigentlich ist es wie ein Käfig, der in zwei Hälften geteilt ist, durch eine Schiebetür. Die eine Hälfte ist bunt angemalt, die andere nicht. Manchmal geht die Tür auf, und man muss in den anderen Teil wechseln, und auch wenn es sich im bunten Teil etwas besser anfühlt, bleibt es ein Gefängnis.


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