Verrückt.

Ich werde verrückt. Nein, solange ich das Licht sehe, das vom Flur durchs Schlüsselloch scheint, brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Erst wenn man kein Licht mehr sehen würde. Denn das würde heißen, dass etwas vor der Tür steht. Nicht jemand, sondern etwas. Und das wäre mein Ende. 

Ja, ich habe Angst im Dunkeln. Angst vor Monstern, Kreaturen, Angst vor'm Aufgefressen werden. Ja, lacht ruhig. Mit jeder Nacht allein in diesem Haus wird es schlimmer. Dieser allnächtige Verfolgungswahn sorgt für ständige Panikattacken. Ich traue mich nur aus dem Zimmer, wenn es einen wirklich wichtigen Grund gibt und meine Freundin am Telefon ist. Die Arme. Ja... Sie bleibt die ganze Zeit am Telefon, wartet geduldig auch mal eine halbe Stunde, bis ich mich endlich überwunden habe, den Schlüssel meiner Zimmertür umzudrehen und einen Fuß in den Flur zu setzen. 
Ich habe ständig das Gefühl, beobachtet zu werden, als ob jemand hinter mir stehen würde und mir gleich die Hand auf die Schulter legen würde. Dann schießen mir Gedanken durch den Kopf, was ich alles sehen könnte, wenn ich mich umdrehen würde. Ich kann es nicht verhindern, es passiert einfach. Ich war bis vorein paar Minuten auch noch der festen Überzeugung, dass ich jemanden - bzw etwas - im Badezimmerspiegel gesehen hätte. 
Ich habe Angst davor, irgendwann Wahnvorstellungen zu bekommen. Und deswegen muss ich mit jemandem reden. Bloß dass der nächste Termin bei der Beratungsstelle erst in drei Wochen ist und es mir schon schwer genug fällt, alles aufzuschreiben. Wie soll ich das bloß überhaupt jemandem erzählen?!

3 Kommentare:

  1. es gibt seelsorgtelefone. sowas wie die nummer gegen kummer. mit denen kannst du auch ueber sowas reden.
    oder beratugslehrer in der schule, schulsozialarbeiter werden auch fuer sowas ausgebildet. :)

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  2. Das hatte ich früher auch immer..und das ist total schrecklich. Man steht im Flur,..und spürt sogar irgendwie etwas komisches im Bauch, so ein Ziehen,..vor Angst. Umdrehen traut man sich nicht, da bleibt man dann lieber wie verwurzelt stehen. Meine Eltern haben bis ich 15 bin in so einem gruseligen Haus gewohnt...in dem bin ich zwar aufgewachsen aber ich mochte es nie. Es war zwei kein altes Bauernhaus, hat aber so ausgesehen und lag ein bisschen abseits von Wien..die Böden knarrten die ganze Zeit und es war im Haus eigentlich immer recht dunkel. Dann, hatten zwei Freundinnen von mir die tolle Idee: Tischerlrücken- Geister. In unserem Haus..ich war natürlich dabei und ich schwöre dir, ich wurde über 1 Jahr danach verfolgt, bzw hatte ich Wahnvorstellungen,..ich sah auch Dinge im Badezimmerspiegel, hatte immer das Gefühl, dass ich einen Druck auf den Schultern hab und ich hörte Dinge in meinem Schrank. Bin wirklich froh, dass das es Ende hatte. In meiner eigenen Wohnung habe ich zum Glück keine Angst mehr...darf ich fragen wie alt du bist? Wenn du schon alt genug bist, dann wär es vielleicht doch eine gute Idee wenn du mit einer guten Freundin zusammen ziehst die dich versteht! Da bist du auch selten allein und hast wen zum Quatschen und zum Lachen :-) und dann brauchst du nciht mehr Putzfrau für deinen Herrn Papa spielen..

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  3. Wenn ich mir das so durchlese, empfehle ich dir einen guten Therapeuten zu suchen. Versteh mich bitte nicht falsch. Du bist nicht verrückt. Ich habe selbst genau die gleichen Ängste. Unter der Dusche, wenn ich auf Klo gehe, wenn ich in den Spiegel gucke, der Lücke unterm Bett, meinem Schrank.... ich könnt noch lange so weiter machen. Bei mir ist es so, dass ich meine Ängste lange therapieren muss, um sie weg zu bekommen. Ich kenne das Gefühl der Panik und ich verstehe dich sehr gut, dass das nicht einfach ist. Eine Seelensorge bringt da nichts.

    Was mir dabei geholfen hat: Nachtlicht leuchten lassen. Oder besorge dir etwas, was dich "beschützt". Bei mir ist es ein altes Plüschtier, das mich seit der Kindheit begleitet. Das schafft ein klein wenig Abhilfe.

    lg

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