Dienstag, 03.07.2012

Vorhin habe ich J. in der Schule getroffen.

Meine ehemals beste Freundin, bevor ich nach Frankreich gegangen bin, und auch danach noch kurz. Sie hat mir geschworen, immer da zu sein. Und kaum hatte sie ihren Freund, hat sie mich allein gelassen. Sie ist von der kleinen schwarzen Punkerin zum Blümchenweib geworden. Und hat alles darauf geschoben, dass ich mich zu sehr verändert hätte. Aber Zeit, um mich zurückzuändern, hat sie mir keine gegeben. Ich hätte so viel für sie getan. Wir haben den ganzen Sommer nur miteinander verbracht, entweder habe ich bei ihr geschlafen oder sie bei mir. Wir waren das perfekte Team. Zusammen beim Public Viewing 2010, zusammen im Baggersee schwimmen, ja, wir haben sogar gleichzeitig diese komischen Pusteln gekriegt, wegen diesem Wasser. Sie stand immer hinter mir, hatte die verrücktesten Ideen, und zu dem Punkt war sie der wichtigste Mensch in meinem Leben. Ich hab immer davon geträumt, mit ihr in eine WG zu ziehen, sie auch, wir wollten zusammen auf ein Rise Against Konzert. Das ist bis heute nicht passiert. Sie war meine, kein anderer sollte sie haben. Sie brauchte auch niemanden anders. Und als ich wiederkam, stand er an ihrer Seite. Kein Platz mehr für mich. Und seitdem fehlt sie mir, seitdem will ich sie zurück, einfach als mein kleines Sternchen. Und ich will wieder ihr Scheinchen (Abkürzung für Sonnenschein-chen) sein.

Sie war zur Anmeldung da. Ab September wird sie auch auf meine Schule gehen. Mit ihrer komischen neuen Freundin. Und ihr Typ wird sie dann von der Schule abholen. Für mich ist einfach kein Platz mehr in ihrem Leben. Als was auch immer. Sie hat mir mal gesagt, sie brächte Zeit. Das war vor mindestens einem Jahr. B. versucht ständig, mich aufzumuntern. "Vielleicht wird das ja wieder was, wenn ihr euch ab September jeden Tag seht." Aber sie weiß, dass das nicht stimmt. Die Zeit mit J. ist vorbei. Sternchen und Scheinchen gibt es nicht mehr. Und trotzdem werde ich sie wahrscheinlich fast jeden Tag sehen müssen. Und es wird nicht aufhören, wehzutun. Der Schmerz wird erst aufhören, wenn mein kleines Herz aufgehört hat, zu schlagen.

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