Wie ich dieses Wetter hasse. Die Hitze erdrückt mich, als würde jemand ganz nah bei mir stehen und mich festhalten. Es ist, wie wenn man taucht und das Wasser einen komplett umschließt. Ich wünschte, es würde wieder kälter werden, Kälte ist wie Einsamkeit. Wie Freiheit. Nichts und niemand, der einen bedrängt. Aber es wird nicht kälter. Es wird immer wärmer werden. Jeden Tag diese schwüle Luft, die einen festhält. Wie ein Gefängnis.
Dazu kommt, dass schon kleinste Sätze mich so sehr verletzen, dass ich nicht mehr atmen kann. Dann kommen die Tränen und ich kann sie nur mit ganz viel Beherrschung zurückhalten. Was ist bloß los? Dann sehe ich J. und ich bekomme auf einmal eine Riesenwut auf sie, es ist fast schon Hass. Dabei hat sie mir doch gar nichts getan. Am liebsten würde ich sie einfach die Treppe runterschubsen. Dann muss ich mir ihr dummes Gelaber nicht mehr anhören. Auf einmal kommt die Panik. Wie kann ich bloß sowas denken? Das ist ja krank! Was ist das hier bloß? Gefühlsroulette?
Ich knalle die Toilettentür zu, nachdem ich mich vergewissert hab, dass niemand da ist. Dann schließe ich ab und lasse die Tränen laufen, ich hab keine Kontrolle mehr über meine Gefühle. Die Anspannung wird immer größer, als ich es nicht mehr aushalte, greife ich in meine Tasche und hole etwas kleines, blitzendes aus der Tasche.
Als ich eine halbe Stunde später an den Toiletten vorbeigehe, höre ich nur, wie ein Mädchen kreischt: "Baah, da hatte eine ihre Tage!" Wenn ihr wüsstet...

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen