Dienstag, 15.05.2012

"Dann bis morgen!" Ich verabschiede mich von J., mit der ich grad anderthalb Stunden durch die Stadt gelaufen bin um ein schwarz-weiß-kariertes Hemd zu finden. Während ich durch das Einkaufszentrum gehe, denke ich an ihre Worte. "Was würdest du machen, wenn dir jemand eine Nachricht schreiben würde, so nach dem Motto 'Ich bring mich um, vergiss mich nicht' oder so?" - "Ja, nix halt. Glaubt man doch eh nicht" Ich muss laut lachen. Die Leute starren mich an. Dieses Mädchen ist genauso, wie du es gedacht hast. Nimmt nichts ernst und ist als richtige Freundin sowieso komplett ungeeignet.
Auf dem Weg zur Bushaltestelle fängt plötzlich alles an, sich zu drehen. Wo kommt der Regen her? War der die ganze Zeit schon da? Wo bin ich hier? 
Ich kenne die Straßen in und auswendig, trotzdem sind sie mir gleichzeitig erschreckend fremd. Jeder guckt mich an. Sehe ich so scheiße aus? Vielleicht sind die ja auch schuld, dass sich hier alles so komisch anfühlt... Ich muss weg hier. Kaum im Bus, kommt die nächste Panikwelle. In jeder Kurve fängt der Bus an, zu qietschen und zu wackeln. Das bricht hier doch gleich alles auseinander! Weg, bloß weg. Die Anspannung steigt immer weiter. Viel zu viele Leute. Kein Platz, keine Luft. Endlich am Bahnhof. Ich hab' das Bedürfnis, mir eine Kippe zu ziehen. Keine mehr da. Alter, jetzt fang doch nicht an, zu heulen. Warum bringt mich so ein Kack schon so aus der Fassung? Reiß dich mal zusammen, du dummes kleines Ding! Jaja. Ich fange an zu frieren. Ich will nach Hause.
Als ich wieder aufwache, liege ich im Bett. Ich frage mich nicht mal, wie ich hier hin gekommen bin. Was ist das? Ich fühl mich wie gefesselt, ohne dass man irgendwassehen könnte. Dann laufen die Tränen. Ich will doch einfach nur, dass das alles weg geht. Wieso geht das nicht weg?

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