Lehrerin: "Thema nächstes Halbjahr wird Borderline sein"
Sagt so'ne Fick-mich-Blondine: "Voll cool"
Ganz ehrlich, du dummes Weib, meine Freundin ist Borderlinerin, das ist nicht cool, ihr ganzes Umfeld leidet darunter und sie am meisten. Ganz ehrlich,
Ich sehe schon, wie Frau B. uns die ganzen Lehrbuchtexte servieren wird und erzählen wird, dass die ganzen
"Ich hab hier dann schon mal ein Arbeitsblatt für euch, dann könnt ihr schon mal einen kleinen Einblick in die Persönlichkeit solcher Menschen gewinnen"
Ungläubig starre ich auf das Blatt. Ich hab's doch gewusst. Die Wut steigt hoch, ich möchte den Zettel am liebsten zerreißen. So ein kompletter Schwachsinn, so eine gequirlte Scheiße!
Der Borderline-Patient ist ein außerordentlich gieriger Mensch, dessen Bild einer befriedigenden Existenz beinhaltet, dass andere alles für ihn tun, er weder Dankbarkeit noch Anerkennung zeigt und auch nicht gewillt ist, irgendwelche Verantwortung zu übernehmen. Doch dieser Mensch ist Mitglied unserer Gesellschaft. Er hat durchaus den Wunsch geliebt zu werden, aber das bedeutet für ihn nicht, dass andere ihn als anderen erkennen und dass er einen anderen erkennt und ihn in seinem Anderssein akzeptiert. Er möchte vielmehr, dass andere Menschen und der Staat schlechthin alles für ihn tun, dass Gesellschaft und Staat sich für ihn ändern und sich nach ihm richten, dass er gefüttert und versorgt wird. Liebe bedeutet für ihn, dass der Andere sich von ihm ausnutzen und auspumpen lässt, wie er dies einst von seiner Mutter erwartet hat. In seiner Haltung leugnet er die Existenz aller Abhängigkeitsbedürfnisse und Bedürfnisse nach zwischenmenschlichen Beziehungen anderer wie auch die Existenz aller Verantwortung und Sorge für das Selbst und für andere. Diese innere Haltung ist in einer milden Form als narzisstisch zu bezeichnen, die Übergänge zu einer antisozialen Persönlichkeit sind jedoch fließend. In klinischen Untersuchungen lässt sich zeigen, dass viele narzisstische Persönlichkeiten antisoziale Züge aufweisen, jedoch alle antisozialen Persönlichkeiten die charakteristischen Merkmale der narzisstischen Persönlichkeitsstruktur und dazu eine besonders schwere Störung ihrer Über-Ich-Funktionen zeigen. Denn die Nichtbefriedigung dieser Gier löst entweder Depression oder Hass aus, d.h. entweder nach innen oder nach außen gerichtete Wut. Wird die nach außen gerichtete Wut nicht durch ein Über-Ich gemildert oder neutralisiert, äußert sie sich in den bekannten Hassausbrüchen, die jenseits aller moralischen Wertvorstellungen, und jeden Verantwortungsgefühls, von reinem Sadismus geprägt sind.



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