Samstag, 07.04.2012

Plötzlich steht mein Bruder im Zimmer. Erschrocken schreie ich ihn an: "Raus hier!" Hoffentlich hat er meine Arme nicht gesehen, bitte, mach, dass er meine Arme nicht gesehen hat. Ich dummes Kind sitze ja auch ärmelfrei in meinem Zimmer rum, ist ja keiner da. Gewesen. Das der nicht mal klingeln kann. Er hat nichts gesehen. Im gleichen Moment tut es mir schon wieder Leid, dass ich ihn angeschrien habe. Ich ziehe mir schnell meine Sweatshirtjacke über und renne die Treppen runter. Aber da steht nicht mein Bruder sondern meine Mutter. Was will die denn hier? denke ich, da fängt sie auch schon an, rumzumeckern: "Haste deinen Bruder wieder mal aus dem Zimmer geschmissen? Tolle Schwester bist du, echt, ganz große Klasse." Ich unterdrücke ein wütendes Halt die Fresse! und frage vorsichtig: "Wo ist er denn?" - "In der Küche." Ich bleibe auf der Treppe stehen, weil sie direkt in der Tür steht. "Sebastian?" rufe ich, es kommt keine Antwort. "Komm mal bitte!" Immer noch keine Antwort. "Dann eben nicht!" Wütend stürme ich die Treppe wieder nach oben. Dann fällt mir etwas ein. Der Wellensittich von meinem Bruder war ein paar Tage bei mir, ich sollte auf ihn aufpassen. "Wollt ihr den Vogel  abholen?" - "Ja" kommt es von meiner Mutter. Ich hole den käfig aus dem Zimmer und während ich wieder auf dem Weg zur Treppe bin höre ich, wie meine Mutter aus dem Haus stürmt und schreit "Dein Scheiß-Osterei kannst du dir dann bei mir abholen. Das kriegst du jetzt nicht, du kleine Schlampe!" Dann knallt sie die Tür zu. Mir kommen die Tränen, aber ich beiße mir auf die Lippen und gebe meinem Bruder, der nun im Flur wartet, den Vogelkäfig. Dann entschuldige ich mich bei ihm und frage ihn, was los ist. Er sagt nichts mehr und geht.

Plötzlich packt mich eine Riesenwut. "Deine Scheißgeschenke will ich nicht! Verpiss dich einfach!" schreie ich, obwohl ich genau weiß, dass mich keiner mehr hören kann. Ich nehme das Telefon in die Hand, weil ich genau weiß, dass meine Freundin am anderen Ende alles gehört hat. Doch als ich den Hörer ans Ohr halte, höre ich nur das Geräusch ihrer elektrischen Zahnbürste. Vor lauter Wut schlage ich gegen die Wand, immer und immer wieder. Ich höre erst auf, als ich die Stimme von meiner Freundin höre. "Was ist los?" Ich sacke zusammen und fange an zu weinen. "Scheiß auf diese Frau! Lass dich von der nicht so fertig machen. Ich bin bei dir, ich liebe dich" Ich muss lächeln. Was auch passiert, wenigstens eine ist da, die immer zu mir hält. "Danke"


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1 Kommentar:

  1. hallo :)
    ich hab mir deinen blog angesehen und finde ihn wundervoll, liebes !
    klar hast du einen leser dazu gewonnen.
    Xoxo. Cher':3

    - http://www.bloglovin.com/en/blog/3638075/heart-to-go

    STAY STRONG ! bitte. :3

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