Freitag, 27.04.2012

Am Montag ist es genau ein Jahr her, dass ich das erste Mal bei B. war. Da kannten wir und etwa anderthalb Monate. Am Anfang haben wir ein paar Tage über SchülerVZ geschrieben, 2. Account, dann irgendwann telefoniert. Zuerst nur vorm Einschlafen, weil wir uns da am einsamsten gefühlt haben. Und dann die halbe Nacht durch, bis der Akku von meinem Festnetz-Telefon ausgegangen ist. Wir haben über alles geredet - wirklich alles, weil es ja nie ein Thema war, dass wir uns wirklich mal treffen würden. Zwischen uns liegen eben ganze 400km. Irgendwann hat sie mir dann von ihren Selbstmordgedanken erzählt.
Ein paar Tage später stand der Plan: Ich hatte die Zugverbindung rausgesucht, das Geld zusammengekratzt und den Termin mit ihr abgesprochen. Erst auf der fast vierstündigen Fahrt kamen mir Zweifel. Was, wenn sie nicht kommt? Was, wenn ihr euch komplett unsympatisch seid? Was, wenn sie dich einfach vollkommen scheiße findet? Meiner Mutter hab ich erzählt, ich wäre den Tag über in Hamburg mit einer Freundin, sonst hätte sie mich nie fahren lassen. Es würde also nicht einmal jemand wissen, wo ich wäre, wenn was passieren sollte. Außerdem wusste ich doch auch überhaupt nicht, wie B. aussah. Nur, dass sie ein Mädchen war, das hatte ich ja am Telefon deutlich gehört.
Aber als ich sie dann gesehen hab, war ich ziemlich überrascht. Sie war klein, fast 20 Zentimeter kleiner als ich, und komplett schwarz gekleidet. Sie sah ganz schön kaputt aus, und trotzdem unheimlich attraktiv. Sie hat mir I ♥ Milka mitgebracht, schien aber total abweisend. Ich hatte immer mehr Angst, irgendetwas falsch zu machen, und die erste halbe Stunde zog sich quälend lang hin. Fuck, die findet mich doch bestimmt richtig langweilig. Die wird doch nie wieder mit dir telefonieren. Wahrscheinlich überlegt sie sich gerade, was sie heute besseres machen könnte als mit mir durch die Stadt zu laufen. Genau in dem Moment hat sie dann gefragt, ob sie mich umarmen dürfte. Ab dem Punkt sind wir langsam aufgetaut. Ich war bei ihr zuhause, sie hat Salat und Pommes gemacht. Und nach und nach ist mir aufgefallen, wie schön sie war. Bevor ich losmusste, sind wir noch in einen Park gegangen und haben und auf den Hügel gesetzt, auf dem sie sonst allein sitzt und raucht. Was dann genau passiert ist, weiß ich auch nicht mehr, auf jeden Fall lagen wir plötzlich auf dem weichen Gras, mein Kopf an ihrer Schulter, mein Arm über ihren Bauch, ihre Hand an meiner Taille. Ich will ewig hier liegen bleiben. Wie gut sie riecht...
Am Bahnsteig musste ich dann plötzlich weinen. Einerseits, weil ich Angst hatte, dass sie sich umbringt und andererseits, weil ich sie verlassen musste. Auf der Rückfahrt hab ich mich wie ein fünfjähriges Kind gefühlt, dem man seinen Teddy weggenommen hat. 
Zuhause im Bett, mein Tshirt in der Hand, auf dem ihr Parfum drauf war. "Du redest ja gar nicht mit mir! Interessierst du dich jetzt auch nicht mehr für mich?" Wenn du wüsstest... Und wie ich mich für dich interessiere, B. Du bist wundervoll. Dann musste ich grinsen und hab gesagt: "Nein, ich bin nur müde, lass uns schlafen" - "Okey, schlaf gut." - "Du auch. Ich liebe dich. Ich hab dich lieb."

Fünf Tage später sind wir dann zusammen gekommen. 05.05.2011 ♥

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