Donnerstag, 05.01.2012

Eine miese Nacht. B. schläft und ich sitze hier mit einem Haufen Erkenntnisse, Zusammenhänge, die ich vorher nie bemerkt habe, die aber mittlerweile immer klarer werden. Auch wenn ich das warum nicht verstehe.

Zuerst ist da mein Ex. Bzw beide. Den ersten, T. , hab ich nie wirklich geliebt. Er war eher eine Art Lückenfüller. Außerdem hatten alle da einen Freund, und es hat mir einfach so gut getan, dass da jemand war, der jederzeit alles für mich abgesagt hat. Trotzdem hat es nicht lange gehalten, weil ich irgendwann ein schlechtes Gewissen hatte. Es ist schließlich einfach ekelhaft, mit jemandem zusammen zu sein, den man nicht liebt und mit dem man im Prinzip nur sein Selbstwertgefühl ein bisschen pushen will. Ich hab ihm nie gesagt, dass keine Gefühle im Spiel waren. Obwohl ich mir das am Anfang ziemlich glaubhaft selbst eingeredet hab. Eingeredet. Nur, dass eine eigeredete Beziehung eben nicht klappen kann. 
Beim zweiten war es anders, L. In ihn war ich verliebt - irgendwie. Wir waren auch nicht viel länger zusammen als T. und ich, aber ich hab mehr gefühlt. Und ich konnte ihn küssen, ohne mich zu ekeln (was bei T. der Fall war). Wir sind dann auseinander gegangen, als ich wieder zurück nach Deutschland gegangen bin nach meinem Austausch.

Das, was mich die ganze Zeit beschäftigt, ist allerdings, dass ich nicht mal bei L. so viel bzw so intensiv etwas gefühlt habe wie für meine beiden besten Freundinnnen. 
Zuerst war da C. Wir haben uns auf einer Ferienfreizeit kennen gelernt, und danach 5 Jahre lang Briefe geschrieben und telefoniert. 2009 ist der Kontakt angebrochen, es war meine Schuld. Sie war in der Psychiatrie, weil sie versucht hat, sich umzubringen. Sie hat immer gesagt  Ich bin so froh, dass ich wenigstens dich noch hab. Alle anderen haben den Kontakt abgebrochen, aber du nicht. Ich liebe dich. Ich weiß nicht, ob das freundschaftlich gemeint war oder nicht. Ich hab vieles nicht verstanden, ich war erst 14 (und ich war ein ziemlicher Spätversteher) aber ich hab mich bemüht, ihr so gut es zu helfen. Irgendwie haben wir dann plötzlich doch nicht mehr geschrieben. Allein sie hat mir schon mehr bedeutet als L., auch wenn ich nicht wirklich in sie verliebt war. Wir haben ja auch fast nur über Briefe und ab und zu über Telefon kommuniziert. Aber auf jeden Fall war viel mehr Intensität da als bei meinem Ex. Ich fühle mich einfach so gemein und mies, weil ich sie damals allein gelassen hab... Das werde ich bei B. nicht machen. Und wenn es mich umbringen sollte.
Dann kam J. Sie war meine beste Freundin, bis ich aus Frankreich wieder kam. Bis Mitte letzten Jahres war sie immer für mich da, vor allem im Sommer 2010. Es war einfach unser Sommer. Wir waren unzertrennlich und wir haben über alles geredet. Sie hatte ziemliche Depressionen, eine zeitlang, und hat sich geschnitten. Ich war für sie da und sie für mich. Sie war immer da. Bevor ich dann gefahren bin, ein halbes Jahr Ausland getrennt, hat sie noch bei mir geschlafen und wir haben bis in die Nacht Musik gehört und geweint. Sie hat mir mehr bedeutet als je jemand zuvor und es hat so wahnsinnig weh getan, sie zu verlieren... Sie hatte plötzlich einen Freund, und wir haben uns immer wieder gestritten, weil sie meinte, sie könnte nicht immer nur für mich da sein, weil noch jemand anders da wäre. Ich wollte aber, dass es wieder so wird wie vorher, vor Frankreich. Und mir ging es nicht besonders gut, weil L. gerade Schluss gemacht hatte. 

Als J. gegangen ist, war B. zum Glück schon da. Sie hat mich aufgefangen und mir zugehört. Stundenlang, nächtelang. Immer war sie da, und sie ist es immer noch. Schon am Anfang hab ich gemerkt, dass das vielleicht so werden könnte wie mit J. Der Unterschied war nur, dass es mit ihr noch irgendwo zwischen Freundschaft und Liebe war, und bei B. definitiv mehr. 
Trotzdem. C. und J. fehlen mir, und dazu das Gefühl, dass ich daran schuld bin, dass sie weg sind.

B. ist da, sie sagt sie bleibt. Ich hoffe es. Denn wenn sie weg ist, hält mich hier nichts mehr. J. wäre die Einzige gewesen, die mir über sowas zumindest halbwegs hinweg helfen könnte. Aber ihr waren andere Sachen wichtiger als ihre beste Freundin, der sie versprochen hat, sie würde immer für sie da sein, egal wann.
Wie auch immer. Vielleicht ist es sogar gut, dass B. mich gar nicht verlassen kann (Borderline eben), denn das ist genau das, was ich brauche. Ich will jemanden, der bleibt, auf den ich mich verlassen kann und bei dem ich auch bleiben kann. Am besten für immer. Und solange B. nicht aufgibt, stehen die Chancen gut. Weil sie mir mehr bedeutet als alles andere, sogar noch viel viel mehr als J. 

Seit 8 Monaten an meiner Seite: Ich liebe dich, B. ♥





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