Dienstag, 31.01.2012

Mein Dad ist im Moment häufiger weg, also kann ich ab und zu an seinen Pc. Ich kann es im Moment überhaupt nicht mehr ab, wenn jemand bei mir ist außer B. Ich kann es nicht ab, irgendwohin zu müssen, wo viele Leute sind, viele, die mich einfach kein Stück kennen. Und noch weniger kann ich es ab, wenn das Haus leer ist, und ich ganz allein bin. Trotzdem packt mich regelmäßig eine Riesenpanik, wenn mein Dad wiederkommt, vom Nachtdienst, von seiner Freundin oder einfach vom Einkaufen. Ich will endlich hier raus und mit B. irgfendwohin. Mit dem einzigen Menschen, dessen Nähe ich noch ertrage.
Gestern war sie bei ihrer Psychologin. Die hat sie erstmal nach Köln verwiesen, an die Klinik, zum Früherkennungtest für Psychosen. Sie meinte, dass es nur zum Absichern wäre, aber B. ist sich erschreckend sicher, dass da was ist.
"Du... Ich weiß nicht, was das ist, was ich da fühle. Das ist keines von diesen Borderline-Gefühlen... Und wenn das keine Psychose ist, dann muss das Schizophrenie sein..."
Sie wollte eigentlich immer Psychologin oder Therapeutin werden, sie kennt sich mit psychischen Krankheiten so unheimlich gut aus, dass ich ihr da voll und ganz vertraue. Obwohl ich es am liebsten nicht möchte. Borderline, Psychose, Schizophrenie. Ich hab Angst, und ich mache mir Sorgen. Sorgen um B. Dass sie in eine Klinik muss und sich vorher umbringt, weil sie nie in eine Klinik wollte. Dass sie verschiwndet, egal auf welche Weise. Dass die B., wie ich sie kenne und liebe, plötzlich weg ist. Sich noch mehr verändert, als sie es schon getan hat. Und sich dann einfach umbringt. Ich will ihr helfen, ich will irgendwas machen, aber das kann ich nicht. Und diese Hilflosigkeit ist wie ein Käfig. Anzusehen, wie der Mensch, den man liebt, immer mehr kaputt geht, einfach stirbt. Es ist wie in dem einen Albtraum, der immer wieder kommt.
Ich sitze eingesperrt hinter einer Glaswand und muss zusehen, wie irgendein Irrer B. auf grausamste Art und Weise umbringt.
Und jetzt passiert das ganze wirklich. Nur dass es diesmal keinen Irren gibt, sondern einen Haufen Krankheiten. Und dass diese Glaswand die Grenze ist, die Grenze zwischen dem Machbaren und dem Punkt, an dem man nicht mehr die Macht hat, irgendetwas zu bewirken. An dem man zu schwach und zu menschlich ist...





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