Todessehnsucht.

Ich weiß nicht, was los ist, jetzt, heute, gestern. Ich weiß nur, dass ich im Moment am liebsten einfach alles beenden will. 
Vorhin bei den Gleisen gewesen. Schranken runter, Glocke bimmelt. Zug kommt. Immer langsamer werden, fast stehen bleiben. Dann denke ich an B. Jemand muss doch auf sie aufpassen. Ich werde langsam schneller, gerade schnell genug, um hinter der Absperrung zu verschwinden. Ich spüre gerade noch den Wind, den der Zug aufwirbelt. Wieso ist der Scheißzug nicht eher gekommen?

Zuhause völlig fertig. Meine Eltern rufen an, mein Dad von der Arbeit, sie reden und reden, setzen mich immer mehr unter Druck. Führerschein hier, Abi da, und dann das Gelaber von wegen Fernbeziehung wäre nur Stress. Wieso ist der Scheißzug nicht eher gekommen? Auflegen. Da steht die Flasche Wodka. ...
Und dann auf dem Boden wieder aufwachen. Telefon klingelt wieder. Nein! Es ist B. Zum Glück.
- Was ist los? Wo warst du?
- Weg.
- Lass den Scheiß! Ich hab mir Sorgen gemacht...
- Naja, ich bin ja wieder da. Was gibts?
Und sie fängt an zu erzählen. Mir tut alles weh, ich fühle mich wie ein Schokoweihnachtsmann, hohl, und ohne Inhalt. So viele Gedanken im Kopf. Oben ist die Klinge. Er kommt erst in ein paar Stunden wieder... Nein. ich denke an B. An ihr wunderschönes Gesicht, ihre braunen Augen und ihre weichen Lippen. 

Ich kann nicht ohne sie. Eher sterbe ich.



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