An B. (Montagnacht, irgendwann)

Wo bist du jetzt?
Du schläfst. Du weißt nichts von allem. Weder von dem Blog, noch von diesen schrecklichen, einsamen, grausamen Nächten. Von der Hilflosigkeit. Von der Angst, dich zu Verlieren. Von der Entschlossenheit, mit dir zu gehen, falls nötig (am besten natürlich, du würdest mich gleich mitnehmen).  Du weißt nicht, dass ich dich brauche. Dass ich Halt brauche. Alle haben mich fallen gelassen, selbst meine eigene Mutter. Und nun willst du mich auch allein lassen. Selber schuld bin ich. Ich hab immer versucht, die Starke zu sein, um dich stützen zu können. Ich bin niemand mehr. Das was ich war, ist weg, und das was ich sein will, bin ich nicht und werde ich niemals sein. Zu fett, zu hässlich. Ich weiß, du hasst es, wenn ich das sage. Aber ich habe keine Lust mehr, darauf Rücksicht zu nehmen. Ich nehme schon genug Rücksicht. Du erzählst mir, du hättest wochenlang nicht geschlafen, Du schläfst, ausgerechnet immer in den Nächten, in denen ich innerlich sterbe. Ich rufe dich nicht an, nein. Denn du brauchst den Schlaf. Ich nehme Rücksicht. Ich vernachlässige meine eigenen Bedürfnisse gegenüber denen von anderen. Was bin ich denn auch schon wert? 
Du beschwerst dich am nächsten Morgen, ich hätte mich melden sollen. Ich hätte dir Bescheid sagen sollen. Aber das hätte dich nur verletzt. Verstehst du nicht? Ich will nur, dass es dir gut geht. Dass du dich trotzdem umbringen willst, obwohl ich da bin, dir zuhöre und helfe wo ich kann, obwohl du mir immer gesagt hast, du hättest vor dem ersten Selbstmordversuch jemanden wie mich gebraucht. Jemanden der da ist. Weißt du wie sich das für mich anfühlt? Hast du auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht? Du bist dir noch nicht bewusst, dass ich auf jeden Fall mit dir sterben werde. Ich kriege jetzt schon nächtliche Nervenzusammenbrüche, und in der Schule bin ich auch zusammengebrochen. Doch von alledem weißt du nichts. Denn würdest du es wissen, dann würdest du wieder anfangen mit Ich mach dein Leben kaputt. Ich sollte mich am besten sofort umbringen. Doch du kapierst nicht, dass das genau das Falsche wäre. Ich brauche dich. Wie die Luft zum Atmen. Und ich will dich nicht verlieren. NIEMALS. Lieber sterbe ich.






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